Tipps für Stips

Viele Wege führen in den Journalismus. Einer davon: die Studienbegleitende Journalistenausbildung des ifp. Das dachte sich auch Vanessa Wormer – und bewarb sich. Über das Auswahlverfahren und die ersten Eindrücke sprach sie mit uns.

Ein Klomann brachte Vanessa Wormer Glück: Die Reportage über die Reinigungskraft an einer Autobahnraststätte, die sie in der zweiten Runde des Bewerbungsverfahrens schrieb, überzeugte die ifp-Jury. Vanessa wurde zum Vorstellungsgespräch nach Ludwigshafen eingeladen. Dabei war der Text über den Toilettenreiniger an nur einem Tag entstanden – und die erste Reportage der 20-Jährigen. „Zur Vorbereitung habe ich einen Ratgeber von Walther von La Roche gelesen“, verrät die Germanistik-Studentin aus der Nähe von Karlsruhe. Jetzt ist sie eine der 15 ifp-Stipendiaten des Jahrgangs 2008.

Ihre ersten journalistischen Gehversuche machte Vanessa bei ihrer Heimatzeitung, der „Bruchsaler Rundschau„. In zwei Jahren freier Mitarbeit sammelte sie die Arbeitsproben für ihre Bewerbung. Dass sie zum Vorstellungsgespräch beim ifp eingeladen wurde, überraschte sie dennoch. „Natürlich war ich aufgeregt, schließlich war es mein erstes Bewerbungsgespräch“, erzählt die Studentin. Doch dann war alles halb so schlimm. „Ich habe mir gar nicht so viele Gedanken gemacht, als ich vor der Jury saß“, erinnert sich Vanessa. Überrascht sei sie gewesen, dass Institutsdirektor Pater Roger Gerhardy, Geschäftsführerin Elvira Steppacher, Studienleiterin Isolde Fugunt und zwei Journalisten aus Redaktionen sehr viele tagespolitische Fragen stellten. Doch darauf war sie vorbereitet: „Wenn man in den Wochen vor dem Vorstellungsgespräch aufmerksam die Zeitung liest und die Nachrichten verfolgt, sind die Fragen kein Problem.“

Gelohnt hat sich die Bewerbung für Vanessa auf jeden Fall. Während der Ausbildung schnuppern die Stipendiaten in Print-, Hörfunk-, Online- und Fernsehredaktionen. Theoretisches Wissen über die journalistischen Stilformen lernen sie in verschiedenen Seminaren. Das erste hat auch Vanessa schon hinter sich – und ist begeistert: „Ich hätte nie gedacht, dass ich innerhalb von drei Wochen so gute Freunde finden würde“, schwärmt die Stipendiatin von ihrer „Stip-Truppe“. Gearbeitet wird natürlich auch: Eine eigene Zeitung realisierten die Stipendiaten, das „Augsburger Echo“. Dieses „Baby“ nach drei Wochen Stress endlich gedruckt in den Händen zu halten, war das bislang schönste ifp-Erlebnis für Vanessa.  

Auch wenn die Ausbildung sehr fundiert ist, ein Volontariat ersetzt sie in den meisten Fällen nicht. Vanessa stört das wenig: „Ich sehe das auch als Chance, die ich mir nicht entgehen lassen will. Nach dem Studium bewerbe ich mich auf jeden Fall um ein Volo. Und mit dem, was ich beim ifp gelernt habe, bin ich sehr zuversichtlich, dass es klappt .“

Ab Juli macht Vanessa erstmal ihr Tageszeitungspraktikum beim „Münchner Merkur„. Die Fortschritte an der ifp-Baustelle in der Isarvorstadt hat sie von Baden-Württemberg aus im Internet verfolgt. Jetzt will sie den neuen Standort mit eigenen Augen sehen: Deshalb steht ein Besuch an der Kapuzinerstrasse ganz oben auf ihrer Sightseeing-Liste. 

Birgit Leikam

Eine Antwort schreiben